„Die Entwicklung der Digital Supply Chain muss Kernkompetenz jedes Unternehmens sein“

„Die Entwicklung der Digital Supply Chain muss Kernkompetenz jedes Unternehmens sein“

Bedeutung und Rolle der Digital Supply Chain waren Thema des 29. Business Breakfasts bei for​you​and​your​cus​tom​ers. „Fakt ist, dass dieses Thema in vielen Organisationen noch sehr stiefmütterlich behandelt wird. Dabei ist es ein überaus wichtiges Puzzlestück für langfristigen Business-Erfolg und die Umsetzung gelungenen Multichannels“, sagte Christian Leeger, Senior-Consultant PIM/MDM bei for​you​and​your​cus​tom​ers. Grund genug für for​you​and​your​cus​tom​ers, diesem Thema in Theorie und Praxis einen breiten Rahmen zu geben.

Was hat der Turmbau zu Babel mit dem Informationsmodell von Stefan Berner, dieses mit dem Exploded View von foryouandyourcustomers und beides mit einer Digital Supply Chain zu tun? Die teils überraschten doch durchweg neugierigen Blicke der rund 20 Teilnehmer beim Business Breakfast von foryouandyourcustomers in Oerlikon warfen genau diese Frage in den Raum.

„Wir haben es in der Vergangenheit und bei der Umsetzung zahlreicher Projekte hautnah miterlebt: Der Fokus vieler Unternehmen liegt nach wie vor auf dem physischen Produkt. Sie beherrschen in erster Linie Einkauf, Produktion und Distribution.“

Stephan Müller, Mitglied der Geschäftsleitung bei foryouandyourcustomers

„Sehr viel sogar“, klärte Jeannine Vythoulkas-Arnold, Senior MDM-Projektleiterin bei foryouandyourcustomers wenig später auf: „Beide Modelle sind grundlegende und erfolgsrelevante Aspekte einer Digital Supply Chain, wie wir heute erleben konnten.“

Die Exploded View als Erfolgsfaktor

„Wir haben es in der Vergangenheit und bei der Umsetzung zahlreicher Projekte hautnah miterlebt: Der Fokus vieler Unternehmen liegt nach wie vor auf dem physischen Produkt. Sie beherrschen in erster Linie Einkauf, Produktion und Distribution“, sagte Stephan Müller, Mitglied der Geschäftsleitung bei foryouandyourcustomers, in seinem Vortrag. „Doch was ist mit den digitalen Prozessen? Gerade dort sehen wir nach wie vor enormes brachliegendes Potenzial für viele Organisationen, um Kunden besser mit notwendigen und gewünschten Daten und Informationen zu bedienen.“

Anhand konkreter Beispiele veranschaulichte der PIM/MDM-Experte, warum das digitale Produkt von so großer Relevanz ist und worin viele Unternehmen diesbezüglich Verbesserungspotenzial haben. Hierzu griff er auf das Exploded View von foryouandyourcustomers zu und verdeutlichte den Anwesenden, dass der Unternehmenserfolg nicht einzig in der Beschaffung der passenden Systeme und Softwaretools liegt, sondern vielmehr in einem systematischen Durchstich durch alle Ebenen von den Daten bis hin zum Kunden des Unternehmens.

Stepan Müller über die Vorzüge des Exploded View.

Der Turmbau zu Babel war für Stefan Berner, Diso AG, Eyecatcher zu Beginn seines Referates und gleichzeitig ein gutes Beispiel, wie Missverständnisse zu Problemen und letztlich zum Scheitern von Projekten führen. Mangelnde beziehungsweise falsche Kommunikation zwischen dem Nutzer von Informationen und dem Verwalter von Daten bezeichnete die Schweizer Datenmodellierungs-Koryphäe als „grundlegende Schwachstelle in zahlreichen Organisationen bei der Umsetzung einer erfolgreichen Digital Supply Chain Strategy“. Stefan Berner zeigte auf, wie sich mithilfe seines Informationsmodells diese Probleme beseitigen lassen und Unternehmen vielfältigen Nutzen aus der korrekten Modellierung des eigenen Geschäftsmodells ziehen können. „Das Informationsmodell ist die DNA eines Unternehmens. Wenn du diesen Code verstehst, erst dann verstehst du als Organisation auch dein Geschäft.“

„Ein Veränderungsprozess, in das das gesamte Unternehmen involviert sein muss“

Dem Einblick in den theoretischen Methodenbaukasten, das Thema Digital Supply Chain nachhaltig anzugehen, folgte ein Tiefgang in die Praxis und die konkrete Anwendung des Exploded View: Drei Jahre lang hatten Luca Bongulielmi und sein Team bei der maxon motor group „konsequent und auf allen Ebenen“ an ihrer Vison gearbeitet: Dem Kunden ein konfigurierbares Produkt mit allen Varianten und allen Produktinformationen im Onlineshop anzubieten und dieses dann in kürzester Zeit auszuliefern – eine reibungslose Supply Chain zu bieten, auf die der Kunde 24/7 Zugriff haben sollte.

Die Erfahrungen aus Planung, Umsetzung und Betrieb, auftretenden Herausforderungen und notwendiger Fehlertoleranz teilte er in seinem Vortrag gemeinsam mit den Zuhörern. Im Rückblick auf sein Mammutprojekt wies er darauf hin: „Die Optimierung einer Digital Supply Chain ist kein Technologie-, sondern ein Veränderungsprojekt. Grundlegend für die Umsetzung ist, das gesamte Unternehmen in diesen Prozess einzubinden, Experten auf allen Ebenen zu involvieren und durch Transparenz und Schnelligkeit zum Erfolg zu kommen.“

3 Jahre haben Luca Bongulielmi und sein Team an der neuen E-Shop-Lösung gefeilt

„Die Kommunikation gegenüber den Kunden schärfen“

Der Abschluss der Veranstaltung gehörte dem „Zusammenspiel von Kunden- und Produktdaten“, Thema von CRM-Berater Hans Albrecht Bartels, foryouandyourcustomers. Im Mittelpunkt stand die Frage: „Wie gelingt es einem Unternehmen, in den Produkten und deren Beschreibung all die Punkte zu verankern, die die Kunden im Grunde genommen von den Produkten erwarten?“ Der Schlüssel liegt, laut Alli Bartels, in den Produktdaten. Sie spielen eine wichtige Rolle in der Kommunikation der Produktleistung. Die Attribute lassen sich aber auch klassifizieren und dienen als Hilfsmittel, um die Bedarfssituation auf der Kundenseite einzuschätzen. Kennt man diese, dann ist es einfach, die Produktleistung und die Kommunikation auf die Kundenbedürfnisse auszurichten und so zufriedene Kunden zu schaffen. Alli Bartels zeigte, wie sich Kundenattribute zur Klassifizierung von Kunden verwenden lassen. Auf dieser Grundlage können anschließend relevante Produktangebote und segmentspezifische Leistungsbeschreibungen abgeleitet werden. Schlüssel sei ein konsequenter Aufbau und die Verwendung geeigneter Attribute in der Produktdatenbank.

„Wenn Sie Ihre Daten und vor allen Dingen die Produktattribute im Griff haben, haben Sie die Möglichkeit, eine klare Produktpolitik zu fahren, wovon Ihr Unternehmen wie auch Ihre Kunden gleichermaßen profitieren“,

Hans Albrecht Bartels, CRM-Berater bei foryouandyourcustomers

Zusammengefasst: „Wenn Sie Ihre Daten und vor allen Dingen die Produktattribute im Griff haben, haben Sie die Möglichkeit, eine klare Produktpolitik zu fahren, wovon Ihr Unternehmen wie auch Ihre Kunden gleichermaßen profitieren“, so Bartels.

Vier Speaker aus Wirtschaft und Beratung hatten sich dem Thema Digital Supply Chain in ihren Vorträgen angenommen. Jeder Vortrag und jeder Teilbereich daraus war für sich bereits sehr aufschlussreich. „Der Event war top: Wenn ich zu einer derartigen Veranstaltung gehe, erwarte ich Vorträge mit tiefen Inhalten und nicht nur Buzzwords, die mir um die Ohren gehauen werden“, sagte ein Gast bereits nach den ersten Referaten. „Hier gibt es Informationen und Ratschläge, die jeder von uns in sein Unternehmen tragen kann und mit Sicherheit auch tragen wird.“ Und eine andere Teilnehmerin fügte an: „Die Digital Supply Chain ist ein sehr komplexes Thema und gerade die präsentierten Modelle haben uns gezeigt, wie man diese Komplexität auf verschiedene Ebenen aufgliedern und strukturieren kann – zum Erfolg des Ganzen.“

Hans Albrecht Bartels über die Produktattribute eines Apfels

„Die Referate hatten nicht nur die Bedeutung der digitalen Wertschöpfungskette aufgezeigt, sondern den Gästen auch Handwerkszeug in Form von Modellen und Methodiken mit auf den Weg gegeben – und genau das war unser Ziel“, freute sich am Ende Christian Leeger von foryouandyourcustomers.

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