57. Business Breakfast bei foryouandyourcustomers: „Und der Finne zahlt die Zeche“

57. Business Breakfast bei foryouandyourcustomers: „Und der Finne zahlt die Zeche“

Erfolgsrelevante Themen aufgreifen, Expertenwissen bieten, Impulse für ein erfolgreiches Business setzen und den passenden Rahmen schaffen, bestehende Beziehungen zu pflegen und neue zu knüpfen. All das macht einen Besuch der Business-Breakfast-Reihe von for​you​and​your​cus​tom​ers so lohnenswert. Der Breakfast Event am Standort Stuttgart belegte dies einmal mehr. Thema der 57. Auflage: Übersetzungsmanagement oder anders formuliert: Welche Leistungen erbringen Übersetzungen auf verschiedenen Stufen der Digital Information Supply Chain?

Das Thema des Tages stieß bereits im Vorfeld auf breite Resonanz. Voll besetzt war das Office Stuttgart von foryouandyourcustomers zur Einführung in den Morgen mit Andreas Drexhage, CEO foryouandyourcustomers Stuttgart; etliche potenzielle Teilnehmer mussten sich diesmal im Vorfeld auf einer Warteliste in Geduld üben. Als „ein Thema von enormer Relevanz, gerade für international tätige Unternehmen, die einen sehr hohen Anteil ihres Umsatzes im Ausland generieren“, konnte Tobias Tegebauer, verantwortlich für die Fremdsprachenerstellung bei Häfele GmbH & Co KG, die große Nachfrage am Event nachvollziehen.

„Trotz dessen, dass dieses Thema von so hoher Bedeutung ist, fehlt es manchem Unternehmen aber noch am dafür notwendigen Bewusstsein und entsprechendem Know-how. Generell: Die Übersetzung von Produktinformationen et cetera steht ganz am Ende der Leistungs- beziehungsweise Lieferkette; den Zielkunden in den Fokus zu nehmen, ihn in seiner Sprache zu bedienen, zu erkennen, welche Qualitätsabstriche er oftmals in Kauf nehmen muss, daran hapert es oft. Doch der Kunde von heute erwartet von uns korrekte Informationen – nicht in Deutsch oder Englisch, sondern in seiner jeweiligen Landessprache.“

Technische Lösung auf Basis von STEP von Stibo Systems und Across

Im Einführungsvortrag von Rainer Fauth und Rainer Moser von foryouandyourcustomers mit dem Titel „Kontext ist entscheidend“ wurde den Teilnehmern zu Beginn aufgezeigt, wo das Translation Management System in der Digital Information Supply Chain angesiedelt ist und welche Bedeutung eine aktuelle Terminologie für eine treffende Übersetzung spielt. Anschließend präsentierten sie, wie im Zusammenspiel von STEP von Stibo Systems und der Software Across in einfacher Weise der Übersetzer im Across-client für den aktuell zu bearbeitenden Text weitere Produktinformationen innerhalb von STEP anzeigen lassen kann. Der dargestellte Produktkontext ist in STEP einfach konfigurierbar. Mit dieser Lösung können Unternehmen eine weitere Fehlerquelle im Übersetzungsprozess unterbinden.

Einen Überblick über Across zur Automatisierung des Übersetzungsprozesses, bot in der Folge Christian Weih-Sum, Management-Board-Mitglied bei Across Systems GmbH. „Häufig tauchen bei Übersetzungen vermeidbare Probleme auf“, berichtete Weih-Sum zu Beginn seines Vortrages. „Probleme, da im Vorfeld nicht überlegt und formuliert wird, was ich mit meinem Übersetzungsprozess erreichen möchte, was ich hierfür benötige und wie ich den entsprechenden Prozess implementiere.“ In einer Vielzahl Unternehmen existieren, so der Experte, „zig Drittsysteme, in denen Contentinformationen entstehen, Silos in denen Daten gepflegt werden. Diese Daten müssen vereinheitlicht werden, auch in Bezug auf alle Zielsprachen, die man als Unternehmen bedienen möchte“, erläuterte Weih-Sum. Er präsentierte den Breakfast-Teilnehmern, wie man mit Hilfe von Across einen individuellen Sprachprozess systemisch darstellen kann. Ein zentrales System, das alle Sprachprozesse aufnimmt, vereinheitlicht, standardisiert und mit möglichst geringen Kosten, hoher Geschwindigkeit und Qualität die Zielmärkte bedient.

„Ich wollte bei den Teilnehmern das Bewusstsein schärfen, bei aller Euphorie über automatisierte Prozesse auch den Übersetzer und die länderspezifischen sprachlichen Eigenheiten zu berücksichtigen.“

– Carina Mayr, Leiterin des Fachbereiches Übersetzung des itl Institut für technische Literatur AG.

Der Übersetzer am Ende der Lieferkette

Dass die von Christian Weih-Sum angesprochenen Übersetzungsprobleme sich nicht nur in der Unzufriedenheit der Kunden ausdrücken, sondern auch zu finanziellem Schaden führen können, belegte zum Abschluss Referentin Carina Mayr, Leiterin des Fachbereiches Übersetzung des itl Institut für technische Literatur AG in München, mit einem Beispiel. „Nachfüllen“, lautete die Überschrift, die eine Übersetzungsagentur für eine Bedienungsanleitung anfertigen sollte. Da es sich dabei um das Nachfüllen von Motoröl drehte und der bearbeitende Übersetzer mitdenken wollte, schrieb er „Motoröl nachfüllen“. Was er dabei allerdings nicht wusste, war, dass das Wort „Nachfüllen“ automatisiert auch für andere Kapitel des Anleitungsdokumentes verwendet wurde – so unter anderem bei Kühlmittel. Dort war dann im Ukrainischen zu lesen: „Motoröl nachfüllen“. Die Folge: Beschwerden, Reklamationen und etliche Versicherungsfälle. Es war nur eines von vielen Beispielen aus der Praxis, die Carina Mayr dem Publikum in ihrem Vortrag „Und der Finne zahlt die Zeche: Internationalisierung der Digital Supply Chain und (Nicht-) Berücksichtigung von sprachlichen Besonderheiten“ präsentierte.

Sie versuchte die Teilnehmer für die Prozesse und die Arbeit der Übersetzer in der heutigen Zeit zu sensibilisieren. „Es dreht sich dabei um das Einbinden der Menschen und sprachlichen Eigenheiten in den unterschiedlichen Ländern, um das Schaffen und Bieten von Kontextinformationen und die Aufklärung von und das Einbinden in die einzelnen Prozesse“, erklärte Mayr. „Wie werden Elemente im PIM/CMS strukturiert? Wie werden die Elemente im Rahmen verschiedener Publikationen wiederverwendet und zusammengefügt? Was bedeutet das für die sprachliche Qualität in den geplanten Zielsprachen?“, lauteten die Fragen, die sie an das Publikum stellte und auf die Carina Mayr mit ihrer mehr als 20-jährigen Erfahrung in der Folge Antworten bot. „Ich wollte bei den Teilnehmern das Bewusstsein schärfen, bei aller Euphorie über automatisierte Prozesse auch den Übersetzer und die länderspezifischen sprachlichen Eigenheiten zu berücksichtigen.“

Ein Vorhaben, das gelang. Für die Teilnehmer war ihr Vortrag der perfekte Schlusspunkt am Ende eines spannenden, informativen und inspirierenden Vormittag bei foryouandyourcustomers in Stuttgart. „Die Vielseitigkeit der Veranstaltung hat mir sehr gut gefallen“, resümierte Tobias Tegebauer, Häfele GmbH & Co KG. „Alle Vorträge haben perfekt aufeinander aufgebaut, sich gegenseitig ergänzt und uns unterschiedliche Sichtweisen auf dieses Thema geboten. Meine Kollege und ich nehmen viele Anregungen von hier mit, nicht zuletzt um auch unsere eigenen Prozesse im Unternehmen zu überprüfen und zu entwickeln. Die Teilnahme hat sich also definitiv gelohnt.“

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