34. Ausstellung bei foryouandyourcustomers Essen eröffnet

34. Ausstellung mit Werken von Jürgen Paas und Peter Schlör in Essen eröffnet

Auf unterschiedliche Weise die Wahrnehmung des Betrachters befragen: Mit Jürgen Paas und Peter Schlör präsentieren zwei Künstler bei for​you​and​your​cus​tom​ers am Standort Essen Werke, „die in der Bandbreite der aktuellen Kunst einen größtmöglichen Abstand einnehmen“, wie Kurator Torsten Obrist es in seiner Einführungsansprache beschrieb. Geschäftsführer Axel Helbig und sein Team begrüßten zur Vernissage der 34. Ausstellung Kunstliebhaber, darunter den Vorstand des Kunstvereins Ruhr in Person von Anita Ruhnau und Peter Friese sowie zahlreiche Kunden, Freunde und Familienmitglieder.

„Die Werke von Jürgen Paas und Peter Schlör können auf den ersten Blick nicht gegensätzlicher sein“, so Kurator Torsten Obrist. Auf der einen Seite die Schwarz-weißarbeiten von Peter Schlör, auf der anderen Seite die bunte Vielfalt von Jürgen Paas. Hier erkennbare Landschaft, dort Konstruktion. Hier Abbildhaftigkeit, dort das Arbeiten mit konkreten Materialien. Bei aller Unterschiedlichkeit kennen sich beide Künstler schon lange und schätzen das Werk des Anderen jeweils sehr.

Das wiederkehrende Thema in Peter Schlörs Kunst ist die Landschaft, die auf eine bestimmte Art und Weise wahrnehmbar gemacht und inszeniert wird. Etwas wahrzunehmen, also etwas für wahr nehmen und reflektieren, erfordert von Menschen eine gewisse Anstrengung und diese Anstrengung führt den Betrachter in das Zentrum von Peter Schlörs Schaffen. Dem Künstler geht es weder um „das schöne Urlaubsfoto“ noch „um dokumentarische Wiedergabe“. Sein Ziel ist subtiler. Oft liegt er Stunden in der Wildnis auf der Lauer, um auf das ideale Zusammenspiel von Landschaft, Licht und Wirkung zu warten. Es geht ihm dabei nicht darum, ein möglichst getreues Abbild der Szenerie einzufangen und es spielt für ihn auch keine Rolle, wo etwas aufgenommen wird. So bedient sich ein Foto von Island ganz ähnlicher formaler Kriterien wie eines von den Kanaren – entscheidend ist die Wahrnehmung, die die gesehene Landschaft in einer bestimmten Form für den Betrachter erfahrbar macht und sie zu einem Spiegelbild der inneren Befindlichkeit transformiert, an dem wir als Betrachter wiederum teilhaben können. Schlör sagt dazu: „Für mich ist der Prozess des Fotografierens ein Abgleich von Innen- und Außenwelt. Ein intuitiver Dialog. Die Bilder tragen immer auch einen inneren Widerhall, sind Landschaft und Psychogramm zugleich.“

Wie verhält sich diese Kunst nun zu dem Schaffen von Jürgen Paas? Seine Arbeiten erwarten vom Betrachter Aktivität. Man muss sich vor dessen Kunst bewegen, um sie in ihrer Gesamtheit erfassen zu können. Eine Jukebox von vorne betrachtet ist nur die halbe Wahrheit. Bewegt man sich von halbrechts nach halblinks, verwandelt sich die bunte Farbkomposition in gerichtete Schwarzweißstreifen, in denen die vielen Farben nur noch als Echo mitklingen. „Während das Halbprofil von einer bunten Schwere dominiert wird, zeigt die Vorderansicht eine Leichtigkeit zarter Linien“, beschreibt es Torsten Obrist.

Auch in seinen anderen Werken, Teile der Ausstellung in Essen, zeigt sich, dass Jürgen Paas Arbeiten über viele Jahrzehnte hinweg bereits um ähnliche Themen kreisen und doch findet er immer wieder ganz neue und überraschende Formulierungen. „Ich denke, dass zeichnet ein reifes und konsequentes Werk aus, die Wiedererkennbarkeit bei gleichzeitiger beständiger Erneuerung, und deswegen wird Paas zu Recht zu den wichtigsten zeitgenössischen deutschen Künstlern gezählt“, so Torsten Obrist, Kurator der Ausstellung und Galerist in Essen.

Die zahlreichen Werke, begeisternde Ausschnitte des Schaffens der beiden Künstler, bereichern nun für die kommenden sechs Monate die Büroräumlichkeiten von foryouandyourcustomers in Essen, „unterstützen die positive Arbeitsatmosphäre, wirken Kreativität steigernd und inspirierend auf die Mitarbeiter und Gäste“, ist sich der Kurator sicher. Da beide Künstler in den Augen von Torsten Obrist „wunderbare Impulsgeber sind“, wünscht er sich außerdem, dass sie das ein oder anderer Mal Anlass für einen fruchtbaren Austausch geben, sei es bei Kollegen- oder Kundengesprächen“. „Diesem Wunsch“, so Gastgeber Axel Helbig, „kann ich mich als Arbeitgeber in diesen Büroräumen nur anschließen. Ich freue mich und bin auch ein bisschen stolz, dass wir diese tolle Ausstellung präsentieren und erfahren dürfen“.

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