Manchmal braucht es einen anderen Ort, um sich selbst zu begegnen.

Offsite ist kein Ortswechsel. Offsite heisst nicht weg vom Kern. Offsite ist eine Haltung. Ein bewusster Schritt in einen Zwischenraum – zwischen Alltag und Ausrichtung, zwischen Individuum und Kollektiv. Um offen zu sein für das, was zwischen uns steht.
Wir, 22 Menschen aus den Standorten Uster und Zürich (foryouandyourcustomers AG Schweiz) haben diesen Raum geöffnet: ohne fixes Programm, getragen von der Bereitschaft, zuzuhören, zu hinterfragen und gemeinsam weiterzudenken.

Wir haben 3 Tage im Alpenhof im Appenzell verbracht — einem Ort für Zwischennutzung. Der Alpenhof beschreibt sich selbst als „ein Zuhause auf Zeit. Zum Schlemmen, Lesen, Wandern, Denken, Ausruhen, Arbeiten, Spazieren, Sein. Um Freund:innen zu treffen, Inspiration zu sammeln oder um einfach einmal Nichts zu tun.“ Und genau so hat es sich angefühlt.
Dieser Ort ist nicht einfach ein Hotel oder Meetingraum: Es ist ein Ort, der Arbeitsraum, Bibliothek, Begegnungsraum und Rückzugsort zugleich vereint. Räume, die sich im Dazwischen befinden und offen für Nutzung sind.
Es ist eh alles schon da.
Das, was den Alpenhof ausmacht, hat ihn für uns passend gemacht. Nicht alles muss fertig sein. Nicht alles hat eine eindeutige Antwort. Es gibt (Zwischen)räume, die wir bespielen, verstehen und nutzen können — in Arbeit, Design, Daten, Kultur und Zusammenarbeit. Hier wurde spürbar, wie der Zwischenraum selbst zur Haltung wird — nicht nur als physischer Ort, sondern als Arbeitsprinzip.
Es ist eh alles schon da. Die Räume. Die Menschen. Und die Bedeutung? Die entsteht im Tun.
Das gilt für Orte wie den Alpenhof – und für unsere Arbeit mit Organisationen. Denn auch wir arbeiten mit dem, was bereits da ist: bestehenden Strukturen, Organisationen, Systemen. Wir starten nicht bei null. Wir machen sichtbar, was angelegt ist. Wir entwickeln weiter, was wachsen will.


Ein offener Ort. Oder: Open-Space
Wir haben im Open-Space-Format gearbeitet. Kein fixes Programm. Keine vorgegebene Dramaturgie. Einfach nur ein Framework, das uns den Raum hält. Damit Themen aus dem Moment heraus entstehen können.
Design Futuring war dabei kein leeres Wort.
Sondern eine Fragehaltung: Welche Methoden brauchen wir morgen? Welche müssen wir ver(!!)lernen? Welche können wir gemeinsam weiterentwickeln?
Zwischen skurrilen Büchern, langen Gesprächen und bunten Post-its wurde sichtbar, was uns bewegt. Viele Stimmen. Unterschiedliche Perspektiven. Und ein gemeinsamer Wille, Verantwortung zu übernehmen für das, was wir als Nächstes gestalten.


Wachsen integral betrachten
Im Zentrum stand der Begriff Wachsen. Nicht als KPI oder Zielvorgabe. Sondern als Entwicklungsprozess. Mit dem Vier-Quadranten-Modell haben wir “Wachsen” aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet:
Innen – individuell: Was bewegt mich? Worin wachse ich?
Aussen – individuell: Was zeige ich, wie handle ich? Was wird an der Oberfläche sichtbar?
Innen – kollektiv: Welche Kultur trägt uns? Wie sind wir verwachsen?
Aussen – kollektiv: Welche Strukturen unterstützen Wachstum?
Diese integrale Perspektive hat uns geholfen, Zusammenhänge klarer zu sehen. Wachsen ist nicht nur strukturell. Nicht nur kulturell. Nicht nur persönlich. Es ist immer alles gleichzeitig.

Zwischen Arbeit und Sein
Neben all den Post-its: Kulinarik. Spazierg änge. Und in einer Nacht Polarlichter. Diese Momente schaffen Verbindung. Sie machen spürbar, dass wir gemeinsam unterwegs sind. Dass jede Perspektive zählt. Und dass wir Verantwortung füreinander und für unsere gemeinsame Richtung tragen. Wenn Menschen bewusst in einen gemeinsamen Prozess eintreten, entsteht mehr als die Summe der Teile.


Zwischennutzung als Haltung
Der Ort hat uns noch einmal deutlich gemacht: Zwischennutzung ist mehr als ein Konzept. Es ist eine Haltung. Räume sind da. Menschen sind da. Strukturen sind da. Bedeutung entsteht im Tun. Genauso verstehen wir unsere Arbeit: Wir schaffen Räume für Austausch, Klarheit und Entwicklung. Wir bringen Stimmen zusammen. Und wir gestalten Zukunft – nicht abstrakt, sondern konkret, kollaborativ und bewusst.
Das Offsite hat uns als Team gestärkt.
Und es hat uns Klarheit gegeben, wie wir weiter wachsen wollen.
Im Zwischenraum.
Gemeinsam.
Danke Claudia. Für dein Gespür für gute Räume. Ja, manchmal braucht es einen anderen Ort, um sich selbst zu begegnen.

